Ich machte früh schmerzhafte Erfahrungen mit Gewalt und Ausgrenzung.
Als dickstes und unsportlichstes Kind meiner Schule erlebte ich bereits als kleiner Junge Angriffe in meinem sozialen Umfeld. Diese kamen über viele Jahre hinweg überraschend “aus dem Nichts” heraus. Leider auch im Elternhaus.
Selbst innerhalb vermeintlich geschützter Räume erlebte ich Angriffe. Ein Geschenk, wie ich heute weiß. Denn dadurch entwickelte ich früh eine hohe Sensibilität für das Entstehen und die Dynamiken von Angriffen – und dadurch kann ich anderen Menschen helfen, nicht Opfer zu werden.
Ich lernte früh mit Hilfe verschiedener Kampfkünste körperliche Angriffe zu bewältigen. Von Kindesbeinen an beschäftigte ich mich mit Kampfsport und Selbstverteidigung – bis heute. Täglich.
Mit 17 Jahren ging ich zum Bundesgrenzschutz. Die Ausbildung bestand zur einen Hälfte aus polizeilichen und zur anderen Hälfte aus militärischen Inhalten. Ich habe dort sehr viel gelernt, was ich später – vor allem in einer Spezialeinheit – brauchte.
Belastend war allerdings ein Einsatz 1992 in Rostock-Lichtenhagen.
Er war der härteste Einsatz meines beruflichen Lebens. Dort lernte ich erstmals kennen, was wirkliche Lebensgefahr bedeutet, was ein Trauma ist und wie derartige Erfahrungen verarbeitet und schließlich bewältigt werden können. Dieser Einsatz war ein entscheidender Wendepunkt in meinem Leben. Ich erlitt dort eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die erst viele Jahre später erkannt wurde.
Um nach diesem Einsatz meinen Lebensweg zu verändern, musste ich zunächst einen höherwertigen Schulabschluss erwerben. So besuchte ich mit Mitte 20 neben Beruf und Familie mehrere Jahre lang eine Abendschule in Lübeck und verließ diese mit Auszeichnung. Seit dieser Zeit beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Lernen und Lehren.
Um die Zeit dafür zu haben und nicht mehr beinahe wöchentlich in lange Einsätze fahren zu müssen, absolvierte ich an der Sanitätsakademie des Bundesgrenzschutz eine Ausbildung in der Krankenpflege, Notfallmedizin und physikalischen Therapie. Nebenbei arbeitete ich in den Folgejahren in einer medizinischen Universitätsklinik, einer Reha-Klinik und einem Altenheim in der Pflege. Ich wollte Arzt werden. Die Abläufe in medizinischen Berufen sind mir daher bekannt und vertraut. Da ich aber bereits drei Kinder hatte entschied ich mich gegen ein Medizinstudium und studierte stattdessen an der Verwaltungsfachhochschule des Landes Schleswig-Holstein für den gehobenen Dienst der Kriminalpolizei. Das kam meiner ersten Ausbildung beim Bundesgrenzschutz am nächsten und wurde bereits im Studium gut bezahlt.
Durch die Erlebnisse in Rostock-Lichtenhagen angetrieben und meiner von Kindesbeinen an vorhandenen Angewohnheit, hörbare Selbstgespräche zu führen, wenn ich allein bin, erarbeitete ich mir ein umfangreiches Wissen über das Sprechen vor und mit Menschen. In meiner Freizeit spielte ich viele Jahre in Theatern und überwand meine Scheu, Gedanken und Gefühle sprechend auszudrücken. Es war eine Art Selbsttherapie – wenngleich ich auch professionelle Hilfe von Psychologen in Anspruch nahm.
Nach dem Abschluss des Studiums war ich Diplom-Verwaltungswirt (FH) und Kriminalkommissar. Ich wurde unmittelbar Angehöriger des
Mobilen Einsatzkommandos Schleswig-Holstein (MEK). Die Jahre in dieser Spezialeinheit, wo ich nach einem halben Jahr auch die Ausbildung zum Ausbilder antrat, waren sehr prägend. Die Ausbilder nennt man bei der Polizei Einsatztrainer und es ist ein mehrjähriger Aus- und Fortbildungsweg in den 3 Säulen Taktik, Schießen und Selbstverteidigung. Als Einsatztrainer der Polizei entdeckte ich Lösungen, die in Stresssituationen funktionieren und erkannte immer neue Zusammenhänge über die Abläufe von Konflikten und Kämpfen.
Nach der Kommandozeit war ich Mitglied der “TaktKomm-Teams” (Taktische Kommunikation). Mit ihnen bewältigte ich deutschlandweit polizeiliche Einsätze bei Großdemonstrationen zwischen teilweise emotional sehr aufgebrachten Menschen. Dort lernte ich, wie man in Auseinandersetzungen reden sollte – und wie besser nicht.
An der Universität Regensburg erwarb ich einen Masterabschluss in Rhetorik (Master of Speech Communication and Rhetoric/Master in Mündlicher Kommunikation und Rhetorik).
Ich war darüber hinaus mehrjähriges und aktives Mitglied bei Toastmasters International, einer Vereinigung mit einem strukturierten Ausbildungskonzept für das Halten professioneller Reden und Führen schlagfertiger Debatten.
Als Pressesprecher einer großen Polizeibehörde bewegte ich mich rund 6 Jahre lang täglich im Spannungsfeld der vielfältigen Interessen der Öffentlichkeit sowie medialer und politischer Akteure. Ebenfalls äußerst lehrreich – und auch aus dieser Zeit habe ich Lösungen für den Alltag gewinnen können.
Von 2020 bis 2025 war ich hauptamtlicher Dozent an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Altenholz bei Kiel für Kommunikation und Rhetorik, Kriminologie sowie Politikwissenschaften. Dort bereitete ich als Teil des Lehrkörpers angehende Kommissare und Kommissarinnen der Landespolizei Schleswig-Holstein auf Ihren Dienst vor. Außerdem bin ich Gastdozent an der Universität Regensburg für den Masterstudiengang Mündliche Kommunikation und Rhetorik (MSCR) für das Fach Konfliktmanagement.

Ich bin Vater von fünf Kindern im Alter zwischen 15 und 33 Jahren und Großvater von vier Enkeln zwischen 2 und 8 Jahren.
In meiner Freizeit reizt es mich, Grenzen zu verschieben – und dort handlungsfähig zu bleiben.
Sei es beim Fliegen von Flugzeugen, dem Fallschirmspringen, im Kampf- und Kraftsport, bei Ultraläufen oder beim Apnoetauchen.